«WayOut» – Ausstieg aus religiös begründetem Extremismus europäisch denken

Ein Beitrag von Mira Schwarz – Das Projekt «WayOut» Integrated Exit Program for Prison and Probation  will die Angebote zum Ausstieg aus religiös begründeten Extremismus mehrerer europäischer Staaten vernetzen. Die digitale Abschlussveranstaltung am 15. und 16. Februar 2021 fasste Ist-Stand und Bedarfe der Teilnehmer*innen mit Blick auf die weitere Kooperation zusammen.

Schwerpunkte und Ziele von «WayOut»

«WayOut» ist ein Europäisches Kooperationsprojekt zur Distanzierung und dem Ausstieg aus religiös begründeten Extremismus zwischen Frankreich, Portugal, Belgien, den Niederlanden und Deutschland mit einer Laufzeit von Dezember 2018 bis Februar 2021. Acht Partnerorganisationen aus den genannten Ländern waren an der Umsetzung des Projektes beteiligt. Deutschland wurde durch das Violence Prevention Network (VPN) sowie die Freie Hansestadt Bremen vertreten.

Die Partner hatten vorab folgende konkrete Ziele festgelegt:

  • Eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme von Deradikalisierungs-Programmen
  • Gemeinsame Rahmenbedingungen schaffen, um Programme systematisch zu evaluieren
  • Durchführung eines Trainingsprogramms für Praktiker*innen
  • Bei Behörden und Sicherheitsorganisationen Aufmerksamkeit wecken bzgl. der Umsetzung von Deradikalisierungs-Angeboten

Zur Abschlussveranstaltung wurden die Ergebnisse der intensiven Projektlaufzeit von November 2019 bis Februar 2021 in einem straffen Programm vorgestellt. Dabei ermöglichten das Online-Format, sowie der Aufbau der Veranstaltung lediglich blitzlichtartige Einblicke in die Ergebnisse des Projektes. In acht kurzen Präsentationen, auf die jeweils eine Frage- und Antwort Runde folgte, wurden die wichtigsten Punkte hervorgehoben und kurz diskutiert.

We cannot have a model, but we need a framework

Tagungsberichte der Ausstiegsarbeit
© inactive_account_ID249; pixabay 04/2018

Die Deradikalisierung wird von allen Referent*innen als sehr individueller Prozess beschrieben, der dementsprechend auch fallbezogener Interventionen bedarf. Aus diesem Grund sei es auch schwierig einheitliche Kriterien festzulegen, anhand derer der Erfolg der Deradikalisierungs-Angebote gemessen werden könne. Solche Kriterien seien allerdings notwendig, um die Qualität der Programme zu evaluieren und Verbesserungspotenziale umzusetzen. Anhand einer Analyse von 14 Projekten in sieben europäischen Ländern wurden im Rahmen des Projekts «WayOut» solche Kriterien zur Umsetzung von Deradikalisierungs-Angeboten herausgearbeitet. Diese Kriterien sollen zur besseren Vergleichbarkeit von Angeboten beitragen und sind in
einer umfassenden Publikation unter folgendem Link abrufbar:

A framework for the design and implementation of exit programmes

Mira Schwarz studiert Internationale Soziale Arbeit an der FH Erfurt und arbeitet als wissenschaftliche Assistentin an der Forschungsstelle RuK-ASB. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Rolle der Frauen im jihadistischen Salafismus.  Daneben ist sie als Bildungsreferentin bei der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus in Berlin tätig. 

Lesen Sie mehr zum Umgang und zur Integration von Rückkehrer*innen aus dem Kriegsgebiet in Syrien und dem Irak im Tagungsbericht von Mira Schwarz: Reintegration von Rückkehrer*innen aus Syrien und dem Irak: Europäische Ansätze des InFoEx Podiums.